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Nachfolgend der Originalartikel aus dem Linux Magazin (wurde uns
freundlicherweise von der Linux Magazin -Redaktion im HTML-Format
zur Verfügung gestellt):
Zeitsynchronisierung im Linux-Netzwerk
Zeitsynchronisierung im Linux-Netzwerk
Die genaue Zeit, bitte
Peter Samulat
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Linux-Rechner eignen sich als zentrale Zeitserver im Netzwerk. Die Einrichtung, die Sychronisation mit externen Quellen und Abgleich mit heterogenen Clients wird hier beschrieben.
Innerhalb eines Netzwerkes gibt es viele Gründe dafür, dass alle Rechner mit einer genauen und vor allem auch synchronisierten Uhrzeit betrieben werden. Nur so können Bearbeitungsstände von Dateien richtig dokumentiert werden, Protokolle ergeben verwertbare Informationen und schließlich ist für fast alle gemeinsam genutzten Dienste eine genaue Zeitbasis unbedingte Voraussetzung. Neben den dafür benötigten Diensten wie beispielsweise xntp geht es in diesem Artikel um Synchronisierung mit externen Zeitquellen und auch um Verfahren, mit denen die im Netzwerk betriebenen Clients unter Linux/Unix, Novell und Microsoft Windows ihre Systemuhren synchronisieren können.
Wie wichtig Zeitsynchronisierung gesehen werden kann, beweist Novell: Schon seit vielen Jahren synchronisiert jeder Novell-Client seine Uhrzeit zwangsweise mit der des Novell-Servers. Ab Novell 4.x steht dann sogar ein ausgeklügeltes System zur Zeitsynchronisierung von weltweit verteilten Novell-Netzen zur Verfügung. In Windows-NT- und erstaunlicherweise auch noch in Windows-2000-Netzwerken scheint dies nicht so wichtig zu sein, hier muss der Systemverwalter ein eigenes Startskript schreiben, das bei jeder Anmeldung abgearbeitet wird und dann die notwendige Zeitsynchronisierung durchführt. Und das, obwohl Windows 2000 zur Anmeldung Kerberos verwendet - mit festen Zeitfenstern, die unbedingt eingehalten werden müssen!
Jedes Verfahren zur Zeitsynchronisierung setzt voraus, dass im Netzwerk eine Zeitreferenz zur Verfügung steht, mit der alle Rechner ihre Systemuhren synchronisieren können. Zweckmäßigerweise sollte dies nicht nur Zusatzaufgabe für einen ständig im Netzwerk verfügbaren Server sein, dieser Server sollte auch in der Lage sein, sich selbst mit einer externen Referenz zu synchronisieren. Auf dem Markt sind zu diesem Zweck eine Vielzahl von Funkuhren verfügbar, die direkt am Server angeschlossen werden und die Systemuhr auf die amtliche Uhrzeit stellen. Möglich ist auch die Nutzung ähnlich guter Zeitquellen, wie etwa der ISDN-Zeitstempel oder auch der Zugriff auf externe Zeitserver über das Internet.
Zeitreferenz
Der als Zeitreferenz im Netzwerk eingesetzte Server braucht eine möglichst genaue "amtliche" Uhrzeit, der Wechsel von Sommer- auf Winterzeit und umgekehrt sollte automatisch erfolgen. Diese Synchronisation erfolgt in der Regel über die koordinierte Weltzeit UTC (Coordinated Universal Time). In Deutschland gilt die mitteleuropäische Zeit (MEZ) bzw. die mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ). MEZ und MESZ sind mit UTC über die folgenden Beziehungen verknüpft:
MEZ = UTC + 1h bzw. MESZ = UTC + 2h.
Zur Synchronisierung des eigenen Zeitservers mit der amtlichen Uhrzeit oder UTC stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung:
- im Internet erreichbarer Zeitserver,
- ISDN-Zeitmarken,
- am eigenen Zeitserver angeschlossene Empfänger für Funkuhren (DCF 77 oder GPS).
Zur Beurteilung der Qualität einer Uhrzeit wird ein Qualitätsmerkmal geführt, das STRATUM. Ein STRATUM von 1 haben alle Rechner, die ihre Zeit direkt von einer autorisierten Quelle wie etwa einer Funkuhr beziehen. Rechner, die ihre Uhrzeit über einen im Internet erreichbaren Zeitserver synchronisieren, haben ein STRATUM von 2. Ein STRATUM-3-Rechner bezieht seine Zeit von einem STRATUM 2 Rechner und so weiter bis zu allen Rechnern, deren Uhrzeit überhaupt nicht synchronisiert ist (diese erhalten den maximal möglichen Wert STRATUM 16).
Das Protokoll NTP
NTP v4 (Network Time Protocol Distribution Version 4) ist ein Client-Server-Protokoll zur Synchronisation der Uhren von Computersystemen mit fremden Zeitquellen. Das Protokoll basiert auf dem im Internet benutzten IP-Protokoll und ist für alle relevanten Betriebssysteme verfügbar (SunOS Version 4 und 5 (Solaris), HP/UX 8 und 9, Ultrix 3 und 4, OSF/1, IRIX, AIX, A/UX, PTX, FreeBSD, NetBSD, BSD/386, Linux, Unixware und weitere).
Der Daemon xntp gleicht die Zeit ständig mit einem Timeserver ab und berichtigt die Systemzeit kontinuierlich in kleinen Schritten, um Inkonsistenzen zu vermeiden. Weicht die Systemzeit zu stark von der Zeitserverzeit ab, muss der Systemverwalter in der Regel manuell eingreifen. Neben dem eigentlichen Daemon xntp gibt es eine Reihe von Treibern für diverse Funkuhren und Modem-Ports, Verwaltungsprogramme und Konfigurationshilfen.
Externe Zeitquellen
Im Internet gibt es eine Reihe von öffentlich zugänglichen Rechnern, die mit Atomuhren verbunden sind, und deren Zeitinformation zur Synchronisierung des eigenen Servers verwendet werden können. Die Verbindung zu einem Internet-Zeitserver sollte über ein Skript erfolgen, das mittels cron in größeren Zeitabständen automatisch abgearbeitet wird.
Seit einiger Zeit bietet auch die Physikalisch-Technische Bundesanstalt PTB (http://www.ptb.de) zwei NTP-Server (ptbtime1.ptb.de und ptbtime2.ptb. de) an [2]. Eine Liste aller über das Internet erreichbaren Public NTP Primary (STRATUM 1) Time Server kann zum Beispiel unter der Adresse http://www.eecis.udel.edu/~mills/ntp/clock1.htm abgerufen werden.
Das Internet ist jedoch nicht die einzige Zeitquelle. Auch die Zeitsignale aus dem ISDN-Netz können für eine Uhrzeitsynchronisation verwendet werden. Voraussetzung ist eine vollständige und funktionierende ISDN-Konfiguration. Mit dem Befehl
linux08: ~ # isdnlog -t 1
wird bei der nächsten Einwahl in das ISDN-Netz die Systemzeit des Linux-Servers einmalig auf die von der Vermittlungsstelle gesendete Zeit gesetzt. Mit
linux08: ~ # isdnlog -t 2
wird die Systemzeit bei allen nachfolgenden Anrufen in das ISDN-Netz neu gesetzt.
Eine weitere Quelle sind Funkuhren. Als Quelle der zur Uhrensynchronisation verwendeten Referenzzeit wird der Sender DCF 77 verwendet, den die Physikalisch-Technische Bundesanstalt PTB in Mainflingen bei Frankfurt/Main betreibt. Das Langwellen-Signal des Senders DCF 77 ist in einem Umkreis von rund 2.000 km zu empfangen. Er sendet Präsizions-Zeitsignale auf Langwelle 77,5 kHz. Vergleichbar zu DCF 77 sind das in England betriebene MSF (auch "Rugby" genannt) und in Colorado das WWVB, beide senden auf 60 kHz.
Kommerzielle Systeme zur Zeitsynchronisation auf Basis von DCF 77 sind von vielen Firmen verfügbar. So bietet die Firma IST-Software (http://www.ist-software.de) oder auch die Firma Hopf (http://www.hopf-time.com) Lösungen auf Basis externer Geräte oder mit PC-Einsteckkarten an.
Insbesondere für DCF 77 sind auf dem Markt auch eine Vielzahl von "Low-Cost-Systemen" verfügbar. Eine sehr umfangreiche Liste von preiswerten DCF 77 Funkuhren ist unter http://www.linum.de zu finden. Für viele sind Linux Treiber im Internet verfügbar (Ein Beispiel findet sich in [1]).
Synchronisation über GPS
Schließlich ist es inzwischen sogar möglich, als Quelle der Referenzzeit das satellitengestützte Navigationssystem GPS (Global Positioning System) des Amerikanischen Verteidigungsministeriums zu verwenden. Die Sendefrequenz ist 1,57542 GHz für den kommerziellen Bereich. In jedem Satellit ist eine Atom-uhr (Genauigkeit min. 1*10-12) eingebaut, deren Zeit kontinuierlich mit den Bahndaten ausgesendet wird. Die GPS-Systemzeit ist eine lineare Zeitskala, die bei Inbetriebnahme des Satellitensystems im Jahre 1980 mit der internationalen Zeitskala UTC gleichgesetzt wurde. Seit dieser Zeit wurden in der UTC-Zeit mehrfach Schaltsekunden eingefügt, um die UTC-Zeit der Änderung der Erddrehung anzupassen. Aus diesem Grund unterscheidet sich heute die GPS-Systemzeit um eine ganze Anzahl Sekunden von der UTC-Zeit. Die Anzahl der Differenzsekunden ist jedoch im Datenstrom der Satelliten enthalten, so dass der Empfänger intern synchron zur internationalen Zeitskala UTC laufen kann. Die Umrechnung der UTC-Zeit in die Ortszeit sowie Bestimmung von Beginn und Ende der Sommerzeit werden beim Network Time Protocol NTP in jedem Fall beim Client-Rechner durchgeführt, so dass alle Zeitserver weltweit immer die gleiche Zeit liefern.
Abbildung 1: Eine Hopf PCI-Karte vom Typ 6039 (DCF/GPS). Treiber (Beta-Version) stehen für alle alle Linux-Distributionen ab der Kernel-Version 2.x.x zur Verfügung.
Synchronisierung des Linux-Zeitservers
Es gibt mindestens drei Möglichkeiten, die Synchronisierung des Linux Servers mit externen Zeitquellen durchzuführen:
Mit netdate wird die lokale Uhrzeit einmalig durch Synchronisation mit dem angegebenen Zeitserver synchronisiert. Danach sollte hwclock -w (bzw. hwclock -uw, wenn die Rechnerzeit auf GMT eingestellt ist) gestartet werden.
Der Daemon xntp gleicht die Zeit ständig mit einem Timeserver oder mit einer direkt angeschlossenen Hardwareuhr ab. xntp berichtigt die Zeit nur in kleinen Schritten, realisiert wird dies durch Dehnung, bzw. Stauchung der Systemzeit. Die Monotonie bleibt erhalten. Weicht die lokale Zeit zu stark von der des Timeservers ab, sollte einmal netdate und hwclock (s.o.) gestartet werden.
Das Programm chrony arbeitet ähnlich wie xntp, die Snchronisierung erfolgt aber nicht ständig, sondern kann gezielt gesteuert werden, ideal ist das bei Servern mit Einwählverbindungen.
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Tabelle 1: Vergleich DCF - GPS
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| | DCF 77 | GPS |
| Antennen | Außen- und Innenantennen sind möglich. | Nur Außenantennen. Blitzschutzmaßnahmen sind notwendig. |
| Einsatzbereich | max. 2000 km um Frankfurt. | Weltweit. |
| Genauigkeit | Schlechte Kurzzeitgenauigkeit, standardmäßig +5 bis +25 msec. | Hohe Kurzzeitgenauigkeit mit Zeitauswertung-Programm von ± 1 µsec |
| Störsicherheit | Wegen der niedrigen Frequenz und Amplitudenmodulation des Signals sind vielfältige Störmöglichkeiten durch atmosphärische, magnetische und elektrische Störquellen. Das Signal ist leicht zu simulieren. | Große Störsicherheit wegen der hohen Frequenz und der Phasenmodulation des Signals. Das Signal ist sehr schwer zu simulieren. |
Einmaliger Abgleich mit netdate
Mit dem Skript
/usr/sbin/nedate v wrzx03.rz.uni-wuerzburg.de
/sbin/clock -wu
kann ein Linux Rechner die Uhrzeit mit einem Zeitserver synchronisieren. netdate setzt das Datum und die Uhrzeit nach RFC 868, im o. a. Beispiel erfolgt die Zeitsynchronisierung mit dem Zeitserver der Universität Würzburg. netdate erhält als Parameter einen Rechnernamen und setzt danach die lokale Uhrzeit und das Datum. Mit clock -wu wird abschließend die interne CMOS-Uhr auf die Systemzeit gesetzt. Dem Befehl netdate kann aus Gründen der Fehlertoleranz auch eine Liste mit mehreren Zeitservern übergeben werden, aus denen dann je nach Verfügbarkeit und "Güte" der Zeitinformation der Zeitserver bestimmt wird. Welcher Zeitserver verwendet wird, hängt dabei nicht von der Reihenfolge in der Liste ab, sondern netdate prüft, welche Gruppe von Servern untereinander die geringste Zeitabweichung hat. Aus dieser Gruppe wird dann ein Zeitserver zur Synchronisation verwendet.
Soll netdate automatisch bei jedem Rechnerstart eines Linux-Clients ausgeführt werden, so sollte ein entsprechender Eintrag in /etc/rc.d/rc.lokal erfolgen. Zusätzlich kann es sinnvoll sein, ein Shell-Skript zu erstellen, so dass die Zeitsynchronisation zu jedem beliebigen Zeitpunkt vom Systemverwalter manuell ausgelöst werden kann.
Ständige Überwachung mit xntp
Die wichtigste Konfigurationsdatei für xntp ist /etc/ntp.conf, daneben gibt es noch /etc/ntp.drift zum Ausgleich der Gang-Ungenauigkeiten der internen CMOS-Uhr und /etc/ntp.keys für kryptographische Schlüssel zur Absicherung des eigenen Zeitserversystems gegen unbefugten Zugriff. Eine einfache Minimal-Konfiguration für einen xntp-Client könnte etwa so aussehen:
server linux08.samulat.de
driftfile /etc/ntp.drift
logfile /var/log/xntp
Die Zeile Server gibt an, welcher Rechner als Zeitreferenz dient. Hier kann ein im eigenen Netzwerk betriebener Host angebeben werden oder auch ein Verweis auf einen im Internet erreichbaren Zeitserver.
Das Beispiel in Listing 1 zeigt eine wesentlich umfangreichere /etc/ntp. conf, die mit Fehlertoleranz und Zugriffsschutz für die Konfiguration eines eigenen Zeitservers ausreichend sein sollte:
Der Daemon xntpd enthält ein leistungsfähiges Monitor-Modul, das in der obigen Konfigurationsdatei mit enable monitor aktiviert wird.
Systemmeldungen von xntp werden in /var/log/messages und in var/log/ntp ausgegeben, zusätzlich können detailliertere Informationen bis hin zu statistischen Auswertungen über das Monitor-Modul erstellt werden.
Abgleich mit chrony
Auch das von Richard P. Curnow entwickelte Programm chrony ermöglicht die Synchronisierung mit einem NTP Zeitserver nach RFC 1305, zusätzlich kann hier die Zeitquelle aber auch eine manuelle Eingabe oder die Hardwareuhr eines zweiten Linux-PC sein. Möglich ist auch die Überwachung der Drift der eigenen Hardwareuhr, bei Bedarf nimmt chrony notwendige Korrekturen automatisch vor.
Besonders geeignet ist das Programm für Rechner, die keine ständige Netzwerkverbindung zu einem Zeitserver haben und Einwählverbindungen nutzen müssen. Wie auch bei xntp erfolgt die Uhrzeitsynchronisierung durch eine langsame Angleichung der Rechneruhr. chrony besteht aus zwei Programmen:
- chronyd - Der Daemon zur Zeitsynchronisation.
- chronyc - Ein Kommandozeilenwerkzeug zur Steuerung von chronyd.
Die in Listing 2 gezeigte Konfiguration für die Nutzung von chrony bei einem Rechner mit Einwählverbindung erfordert die Erstellung von zwei Dateien in /etc. /etc/chrony.conf enthält die IP-Adressen oder Namen der verwendeten Zeitserver. Der Zusatz offline sorgt dafür, dass die Zeitsynchronisierung nicht automatisch erfolgt:
Der Eintrag commandkey 1 ist wichtig zur Identifizierung bei der manuellen Steuerung des Daemons über das Programm chronyc: In der zweiten Konfigurationsdatei /etc/chrony.keys wird das dazu notwendige Kennwort gespeichert:
1 xxxxxx
Der Daemon wird gestartet mit
linux08: /usr/local/sbin/chronyd
Automatisiert werden kann dies durch die beim Auf- und Abbau einer Internetverbindung abgearbeiteten Skripte ip-up und ip-down. In /etc/ppp/ip-up wird dazu der Eintrag
# Zeitsynchronisierung starten
cat <<EOF | /usr/local/bin/chronyc
password xxxxxx
online
EOF
erstellt, um die Zeitsynchronisierung beim Verbindungsaufbau zu starten. In /etc/ppp/ip-down wird der Dienst dann wieder automatisch beendet:
# Zeitsynchronisierung beenden
cat <<EOF | /usr/local/bin/chronyc
password xxxxxx
offline
EOF
Soll in jedem Fall verhindert werden, dass die Wählverbindung nur durch von chrony erstellten Zeitabfragen aktiviert bleibt, sollte die Dauer der Zeitsynchronisation begrenzt werden:
# Zeitsynchronisierung starten
cat <<EOF | /usr/local/bin/chronyc
password xxxxxx
online
EOF
# 90 Sekunden nach Verbindungsaufbau
# Zeitsynchronisierung beenden
(sleep 90; cat <<EOF|/usr/local/bin/chronyc
password xxxxxx
offline
EOF
) &
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Listing 1: Ntp-Konfiguration
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# ntp.conf fuer eigenen Zeitserver
#
server linux08.samulat.de # Hauptserver
server linux09.samulat.de # Ersatz (1)
server linux10.samulat.de # Ersatz (2)
server 127.127.1.0 # Lokale Uhr, falls alles
# andere ausfaellt
#
# Im Driftfile wird die errechnete Drift der Maschine
# gesichert, so dass diese nicht bei jedem Start neu berechnet
# werden muss. Monitor aktivieren.
#
driftfile /etc/ntp.drift
enable monitor
#
# Andere Maschinen duerfen die lokale Konfiguration
# nicht modifizieren
#
restrict default notrust nomodify
#
# Dieser Host duerfen die Zeit beziehen, aber nicht
# die Konfiguration aendern
#
restrict 192.80.x.y nomodify
#
# Konfigurationsaenderungen vom lokalen Host werden akzepiert
#
restrict 127.0.0.1
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Statusabfrage mit ntpq
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Mit dem Shell-Befehl ntpq kann der Status eines laufenden xntp-Servers abgefragt und eingestellt werden. Wird ntpq ohne weitere Optionen aufgerufen, so wird localhost als xntp-Server angenommen, die Steuerung von ntpq erfolgt dann über die Kommandozeile:
linux08:~ # ntpq
ntqp>
Mit dem Kommando pe (peers) werden die von xntpd geführten Zeitquellen in einer Tabelle angezeigt, ein der Zeile vorangestelltes "*" zeigt an, dass dieser peer die aktuelle Zeitreferenz ist:
remote refid st t when poll reach delay offset jitter
==============================================================================
GENERIC(0) .DCFa. 0 u - 64 0 0.000 0.000 4000.00
*LOCAL(0) LOCAL(0) 10 l 14 64 1 0.000 0.000 0.000
Nach Eingabe von q (Quit) wird ntpq beendet. Die vollständige Syntax ist:
ntpq [ -inp ] [ -c command ] [ host ] [ ... ]
wobei host der Zeitserver ist, zu dem ntpq eine Verbindung herstellen soll.
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Tabelle 2: Wichtige Variablen in /etc/rc
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| TIMEZONE | In Deutschland CET. |
| GMT | Bestimmt, ob die Rechneruhr auf lokaler oder GMT-Zeit eingestellt ist. |
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Listing 2: Konfiguration von chrony
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server ptbtime1.ptb.de minpoll 4 maxpoll 8 maxdelay 0.4 offline
server ptbtime2.ptb.de minpoll 4 maxpoll 8 maxdelay 0.4 offline
commandkey 1
driftfile /etc/chrony.drift
keyfile /etc/chrony.keys
logdir /var/log/chrony
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Listing 3: Start von chronyd
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linux08:~ # chronyc
chronyc> password xxxxxx
200 OK
chronyc> online
200 OK
chronyc> sources
210 Number of sources = 2
MS Name/IP address Str Poll LastRx Last sample
==============================================================================
^~ ntp1.ptb.de 1 5 139 -49ms[ -49ms] +/- 197 ms
^~ ntp2.ptb.de 0 4 32 +0us[ +0us] +/- 0 us
chrony> offline
200 OK
chrony> quit
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Zeitsynchronisation im Netzwerk - Die Clients
Damit der Server im eigenen Netzwerk als Zeitserver für Linux- und Win-dows-Clients arbeiten kann, sind in der Konfigurationsdatei /etc/inetd.conf die vier Zeilen
daytime stream tcp nowait root internal
daytime dgram udp wait root internal
time stream tcp nowait root internal
time dgram udp wait root internal
durch Entfernen des Kommentarzeichens zu aktivieren. Nach dem nächsten Systemstart können die übrigen Rechner als Client diesen Zeitserver nutzen. Rechner unter den Betriebssystemen Windows 9x und Windows NT/2000 synchronisieren ihre Uhren dann mit dem Befehl
net time \\linux08 /s /y
wobei der Name des Linux-Zeitservers gemäß Universal Naming Convention UNC hier mit zwei vorangestellten Backslashes eingetragen werden muss. Die Optionen /s und /y bewirken, dass die Rechneruhr ohne weitere Bestätigung eingestellt wird. Dieses Verfahren funktioniert auch für die automatische Umstellung auf Winter- und Sommerzeit, wobei der in den Eigenschaften der Windows-Systemuhr standardmäßig gesetzte Haken bei "Uhr automatisch von Sommer- auf Winterzeit umstellen" unbedingt entfernt werden muss.
Linux-Rechner als ntp-Client - ntpdate
Der Shell-Befehl ntpdate stellt die Systemzeit eines Linux-Clients durch Aufruf eines NTP-Servers. Auch ntpdate verfügt über eine Vielzahl von möglichen Optionen, die vollständige Syntax ist
ntpdate [ -bBdosu ] [ -a key ] [ -e authdelay ] [ -k keyfile ] [ -o version ] [ -p samples ] [ -t timeout ] server [ ... ]
ntpdate nutzt im Vergleich zu xntp einfachere Algorithmen zur Optimierung der Zeitsynchronisation, ermöglicht aber auch die fehlertolerante Verwendung von mehreren Zeitservern, aus denen dann die optimale Zeitquelle ermittelt wird. Die Genauigkeit, die ntpdate erreichen kann, ist unter anderem davon abhängig, dass der oder die Zeitserver in ausreichend kurzen Intervallen abgefragt werden. Daher sollte ntpdate nicht nur einmal bei Rechnerstart aufgerufen werden, sondern danach auch immer wieder in festen Zeitabständen.
Windows-Rechner als NTP-Client
Windows-Clients können das in RFC2030 definierte Simple Network Time Protocol (SNTP) nutzen. Für ein NTP-System ist die Genauigkeit der Systemuhr von Windows 9x und Windows NT/2000 zu gering, intern wird mit einer Genauigkeit von nur 10 ms gearbeitet. Damit die Fähigkeiten von NTP genutzt werden können, sollte die Auflösung der Systemuhr aber im Mikrosekundenbereich liegen. Mit SNTP steht ein Protokoll zur Verfügung, das zwar mit NTP-Servern zusammenarbeiten kann, aber nicht die Komplexität besitzt. SNTP und xntp Client-Server-Systeme arbeiten ohne Probleme miteinander, da das verwendete Datenformat identisch ist. Dafür stellt das SNTP im Gegensatz zum xntp nicht so hohe Anforderungen an das Betriebssystem und eignet sich daher besonders zur Synchronisation von PC-Systemen unter Microsoft Windows.
Zur Einrichtung eines SNTP-Clients muss für die aktuellen Windows-Systeme zusätzliche Software beschafft und installiert werden, so zum Beispiel das im NT Server Ressourcekit enthaltene Programm timeserver.exe [1] oder ein SNTP-Client, wie er unter anderem von der Firma Linum (http://www.linum.de) erhältlich ist.
Novell-Server als ntp-Client
Auch Novell-Server können ab der Version 4.x einfach über NTP synchronisiert werden. Für alle früheren Versionen gibt es dazu als Freeware das Modul RDATE.NLM, das mit NTP umgehen kann. Mit
load rdate /p 360 /v 5 linux08
wird nach jeweils 360 Minuten die Uhrzeit beim Host linux08 abgefragt. Weicht die Novell-Zeit mehr als 5 Sekunden ab, synchronisiert rdate die Uhrzeit des Novell-Servers. rdate setzt eine gültige Zeitzonendefinition in der Datei AUTOEXEC.NCF voraus. Die Zeile
set timezone GMT
sollte vor den mount-Befehlen eingetragen werden. (tfr)
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Infos
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[1] Samulat,P.: Linux-Server im kommerziellen Netzwerk. Verlag Addison-Wesley, 2000.
[2] Gibt es die Zeit auch online? In: Elektronik, 19/2000, S. 22.
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